In Lindenthal und Sülz strömt nachts Kaltluft aus dem Grüngürtel in die angrenzenden Quartiere und sorgt entlang von Leitstrukturen für einen wichtigen Temperaturausgleich im dicht bebauten Stadtgebiet. Gleichzeitig zeigen die Kaltluftentstehungsgebiete im Kölner Norden zwischen Worringer Bruch, Volkhoven/Weiler, Roggendorf und Fühlingen, wie großräumige Freiflächen das Stadtklima für ganze Stadtregionen stabilisieren.
Die Klimaanalysekarte NRW macht genau diese Prozesse sichtbar. Sie zeigt, wo sich nachts Wärme in der Stadt hält, wo Kaltluft entsteht und wie sie in die Siedlungsräume transportiert wird. Damit ist sie ein zentrales Instrument für eine klimaangepasste Stadt- und Regionalplanung.
Im Gegensatz zu klassischen Karten auf Basis statischer Daten wie Versiegelung oder Flächennutzung bildet die Klimaanalyse dynamische Prozesse ab. Besonders relevant ist die Nachtsituation um ca. 4 Uhr: Dann entstehen starke Temperaturunterschiede zwischen kühlen Freiflächen und aufgeheizten Stadtstrukturen.
Vegetationsreiche Flächen kühlen nachts stark aus und produzieren Kaltluft, während versiegelte und dichte Bebauung Wärme speichert und urbane Wärmeinseln verstärkt. Entscheidend für den Luftaustausch sind dabei Kaltluftleitbahnen, über die die kühlere Luft in die Stadt gelangt.
Für die Planung bedeutet das: Kaltluftentstehungsgebiete und Leitbahnen müssen geschützt und freigehalten werden, da sie die Grundlage für den nächtlichen Temperaturausgleich und die Reduktion von Hitzebelastung bilden.
Nachts wird das Stadtklima entschieden – Kaltluft aus grünen Freiräumen ist ein zentraler Baustein für gesunde und zukunftsfähige Städte.
Deshalb: Keine Bebauung und Versiegelung der Gleueler Wiese und von 80+ Hektar im Kölner Norden für Olympia
Quelle: LANUK-Fachbericht 171: Klimaanalyse NRW 2026 – Methoden- und Ergebnisüberblick
