Diese Tage landet ein Umschlag in Eurem Briefkasten – und darin steckt eine der wichtigsten Fragen für Kölns Zukunft:
Soll sich Köln an der gemeinsamen Bewerbung der Region Rhein/Ruhr um die Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 beteiligen?
Wir als Bürgerinitiative Grüngürtel für Alle sagen gemeinsam mit dem Bündnis NOlympia Köln:
Ein klares Nein.
Hier sind unsere Gründe.
🌿 Unser Kernthema: Der Grüngürtel steht auf dem Spiel
Ein olympisches Dorf und ein temporäres Stadion in Köln-Kreuzfeld würden wertvolle Landwirtschaftsflächen und ein wichtiges Kaltluftentstehungsgebiet für ganz Köln vernichten Geplant sind 88 Hektar (!) Natur zu versiegeln. Zum Vergleich – sollten die Gleueler Wiesen bebaut werden würde das 3 Hektar Natur zerstören!
🌡️ Klimanotstand ernst nehmen
Köln hat den Klimanotstand ausgerufen und will bis 2035 klimaneutral sein. Die zusätzlichen Emissionen durch Bau, Betrieb und den Reiseverkehr rund um Olympia stehen diesem Ziel diametral entgegen. Klimaschutz darf und kann kein Lippenbekenntnis sein.
💸 Köln braucht sein Geld woanders
Die Stadt steckt in einer finanziell angespannten Lage: Es fehlen Mittel für sanierte Schulen, Kita-Personal, eine leistungsfähige KVB, Radwege, intakte Schwimmbäder, Turnhallen und Sportplätze. Statt in ein zeitlich begrenztes Mega-Event zu investieren, braucht Köln dauerhaft starke Strukturen: guten Nahverkehr, bezahlbaren Wohnraum und nachhaltig geförderten Breitensport. Die finanziellen Risiken werden in die Zukunft verlagert, zu Lasten der öffentlichen Haushalte.
📈 Kosten explodieren – immer
Schon Bürgerentscheid und Bewerbung verursachen Millionenaufwendungen – unabhängig davon, ob Köln den Zuschlag erhält. Erfahrungsgemäß liegen die tatsächlichen Kosten Olympischer Spiele ein Vielfaches über den ursprünglichen Prognosen. Das ist kein Pessimismus – das ist Olympia-Geschichte. Und Köln kann das ja besonders gut. Olympia Paris 2024 darf kein Vorbild sein. Der französische Rechnungshof beziffert die öffentlichen Kosten auf 6,6 Mrd €., 2023 wurde noch mit lediglich 2,44 Mrd € gerechnet! 3,63 Mrd € entfielen auf die Infrastruktur und 3,02 Mrd € auf die Organisation, darunter allein 1,44Mrd € für Sicherheit.
⚖️ Gewinne beim IOC – Risiken bei Köln
Rechte und Gewinne an den Olympischen Spielen liegen vor allem beim IOC – unversteuert. Die finanzielle Last trägt die Stadt. Die oft als Knebelverträge bezeichneten Abkommen mit dem IOC lassen austragenden Städten kaum Spielraum für Mitsprache oder eigene Gestaltung.
🤝 IOC als Partner? Zweifel sind berechtigt.
Der bisherige Umgang des IOC mit ökologischen, sozialen und rechtlichen Fragestellungen lässt ernsthaft zweifeln, ob eine Kooperation überhaupt vertretbar und wünschenswert ist.
🗳️ Abstimmen ohne vollständige Informationen?
Zum Zeitpunkt des Bürgerentscheids fehlen zentrale Informationen vollständig – belastbare Finanz- und Ausbaupläne sowie Umweltprüfungen liegen nicht vor. Gleichzeitig betont die städtische Werbe- kampagne ausschließlich die Vorzüge des Projekts und unterläuft damit einen fairen, transparenten Entscheidungsprozess. Das halten wir aus demokratischer Sicht für problematisch.
Deine Stimme zählt.
Nutze dein Stimmrecht bei der Briefwahl und setze ein klares Zeichen – für den Schutz des Grüngürtels, für Klimagerechtigkeit und für eine Stadt, die in ihre Menschen investiert, nicht in IOC-Verträge.
🌿 Nein zu Olympia – jetzt informieren
